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Hypnose News

6
Dez.

Magische Stille

Magische Stille

Ein wunderschöner Roman, wo ein Mann sich plötzlich in seinem eigenen Leben fremd fühlt.
Er bricht auf, nicht weil er mutig ist, sondern weil er spürt, dass es so nicht weitergeht.

Seine Reise führt ihn durch Landschaften, die äußerlich rau und innerlich spiegelnd sind:
ein stiller Mönch in den Bergen,
ein alter Hirte, der mehr hört als spricht,
und eine Frau, die ihm zeigt, wie viel Mut im Schweigen liegt.

Doch die eigentliche Bewegung passiert in ihm selbst:
Er lernt, seine innere Unruhe als Wegweiser zu begreifen.
Er entdeckt, dass Stille kein Nichts ist, sondern ein Raum, in dem man endlich sich selbst begegnet.
Und er versteht, dass die Antworten, nach denen er suchte, nie im Außen lagen – sondern im Leisen, das er jahrelang überhört hat.

Viel Freude beim Lesen
Barbara

Das Buch gibt es überall zu kaufen, wie ich gesehen habe 🙂

6
Dez.

Das Schweigen der Tiere

Das Schweigen der Tiere

Russisches Volksmärchen (Afanasjew)

Einst beschlossen die Tiere des Waldes, wer von ihnen der Klügste sei.
Alle redeten durcheinander: der Bär brummte, der Fuchs schimpfte, der Wolf heulte, die Elster schrie.
Keiner hörte dem anderen zu.

Da trat die kleine Schildkröte vor ganz langsam, fast unbeachtet  und sagte nur einen Satz:

„Lasst uns schweigen.“

Die Tiere lachten sie aus.
Doch die Schildkröte blieb still.
Und nach einer Weile verstummten auch die anderen zuerst ungeduldig, dann neugierig, dann friedlich.

Im Schweigen hörten sie plötzlich,
wie der Wind durch die Bäume ging,
wie das Wasser im Bach sang,
wie ihre eigenen Herzen schlugen.

Und sie spürten, was sie vergessen hatten:
Den Wald.
Sich selbst.
Und einander.

Als sie wieder zu sprechen begannen,
hörten sie einander erstmals wirklich zu.

Seitdem so heißt es kehrt der Wald jedes Jahr für einen Augenblick in diese tiefe Stille zurück.
Und wer in dieser Zeit lauscht, findet Antworten, die sonst verborgen bleiben.

Was zeigt uns das Märchen

Das Märchen zeigt, wie Lärm, Meinungen und innere Unruhe verhindern, dass wir uns selbst und die Welt wahrnehmen.
Erst im Schweigen entsteht Kontakt: zur Umgebung, zu den eigenen Gefühlen, zu den anderen.

Die Schildkröte steht für das langsamer Werden, das wir im Alltag verlernen.
Und die Stille wird hier zum Katalysator für Bewusstsein. Sie macht klar, was das Denken im Lärm überdeckt.

Das Märchen erinnert: Wir müssen nicht mehr wissen m wir müssen nur ruhiger werden, um wieder zu hören, was bereits da ist.

Zwei Symbole die ich kurz deuten möchte (Kann auch ganz anders sein )

  1. Die Schildkröte

Symbol für innere Reife, Erdung und Selbstschutz.
Sie zeigt: Weisheit ist nicht laut.
Sie entsteht, wenn wir uns zurückziehen, atmen, Verbindungen spüren.

Die Schildkröte ist die „Lehrerin des Langsamen“

 

  1. Der Wald

Symbol für das Unbewusste.
Wenn die Tiere (unsere inneren Stimmen, Impulse, Ängste) verstummen, wird der Wald wieder hörbar.
Das bedeutet: Im Schweigen wird der Zugang zu tieferen Schichten frei zur Intuition, Erinnerung, Klarheit.

Viel Freude beim Lesen des Märchens

Barbara Prinzing

12
Okt.

Weihnachten in Bullerbü

Weihnachten in Bullerbü

von Astrid Lindgren

Wenn ich Weihnachten in Bullerbü aufschlage, dann öffnet sich eine kleine, heile Welt. Eine Welt, die nach Schnee und Lebkuchen riecht, in der die Fenster mit Sternen geschmückt sind und golden leuchten und Kinder barfuß durch ihre Träume stapfen, obwohl draussen der Frost knistert. Schon nach den ersten Seiten bin ich mitten im schwedischen Dorf Bullerbü, wo Lisa, Lasse, Bosse und die anderen Kinder mit einer Natürlichkeit leben, die heute fast märchenhaft wirkt.

Astrid Lindgren schaffte es immer wider mich an der Hand zu nehmen und sagen: Schau, so einfach kann Glück sein. Ein Schlitten, ein Lachen, eine brennende Kerze, mehr braucht es nicht, um die Welt für einen Moment zum Leuchten zu bringen.

Beim Lesen spüre ich die Wärme, die in dieser Geschichte mitschwingt. Sie kommt nicht aus grossen Gesten, sondern aus den kleinen Dingen: wenn die Kinder gemeinsam den Weihnachtsbaum schmücken, heimlich Geschenke basteln, die Eltern überraschen. Alles geschieht ohne Hast, ohne Perfektionismus. Weihnachten ist hier kein Konsumfest, sondern ein Zusammenrücken. Man spürt, wie stark Gemeinschaft trägt, wie selbstverständlich Geborgenheit entsteht, wenn Menschen sich umeinander kümmern.

Die Illustrationen verstärken dieses Gefühl. Sie sind schlicht, freundlich und offen, eben wie die Gesichter der Kinder selbst. Jede Zeichnung ist wie ein Fenster in eine stille, fröhliche Welt, in der der Schnee fällt, als wäre er extra für dieses Buch gemacht.

Ich lese Weihnachten in Bullerbü nicht nur als Kinderbuch, sondern auch als Erinnerung an etwas, das wir Erwachsene manchmal verlieren: die Fähigkeit, uns zu freuen, ohne Grund. Das Staunen über das Einfache. Das Vertrauen, dass ein Wintertag hell sein kann, auch wenn die Sonne früh untergeht.

Für Kinder ist das Buch ein Fest der Neugier, sie sehen, riechen und fühlen Weihnachten. Für Erwachsene ist es fast wie ein Spiegel: Es zeigt, wonach wir uns sehnen, wenn wir sagen, wir wollen „ein ruhiges, schönes Fest“.

Und so schliesse ich das Buch jedes Mal mit einem leisen Lächeln. Weihnachten in Bullerbü ist kein nostalgischer Rückblick, sondern eine Einladung: das eigene Leben wieder ein bisschen bullerbühaft zu machen: einfacher, wärmer, echter.

Barbara

Kaufen kannst du das Buch bei Orell Füssli, Amazon, und in jeder Buchhandlung und vielleicht ist es sogar in deinem Bücherregal 🙂

#Weihnachten in Bullerbü

10
Aug.

Das hässliche Entlein

Das hässliche Entlein

Ein Märchen zur Selbstannahme

Es war einmal ein junges Entlein, das schon bei seiner Geburt auffiel und zwar negativ, weil es nicht so war wie die anderen.
Sein Gefieder war nicht so schön wie das seiner Geschwister. Sein Schnabel schien zu groß, sein Gang zu unbeholfen.
Schon früh bekam es zu spüren: „Mit dir stimmt etwas nicht.“

Die eigenen Geschwister stießen es zur Seite. Fremde Tiere zischten, hackten oder lachten. Und die Menschen?
Sie drehten sich einfach weg.

Das Entlein tat, was viele von uns tun, wenn wir Ablehnung erfahren:
Es versuchte, sich anzupassen.
Es watschelte so wie die anderen, versuchte das gleiche Futter zu mögen, bewegte sich so leise und unauffällig wie möglich.
Doch egal, was es versuchte das Gefühl „Du bist falsch“ blieb.

Der Schmerz wurde groß.
Also tat das Entlein das Einzige, was ihm blieb: Es ging weg.
Weg von den anderen, weg vom vertrauten Teich, hinein ins Ungewisse.

 

Der Winter der Einsamkeit

Der Weg war lang, und der Winter kam.
Kälte, Hunger, Stürme das Entlein kämpfte ums Überleben.
Es war allein, ohne Trost und ohne zu wissen, wohin.

Manchmal wünschte es sich, einfach nicht mehr weiterzumachen.
Doch etwas in ihm, ein leises, unerschütterliches „Trotzdem“ – trieb es an.
Vielleicht war es nicht die Hoffnung, vielleicht war es nur die Weigerung, jetzt schon aufzugeben.

Das Loslassen

Eines Frühlingstages geschah etwas Merkwürdiges.
Das Entlein hörte auf, sich zu vergleichen.
Es kämpfte nicht mehr darum, jemand zu sein, den andere akzeptieren.
Es schwamm einfach ohne Plan, ohne Ziel, nur weil es das Wasser liebte.

Und da, im klaren Wasser eines stillen Sees, sah es ein Spiegelbild.
Doch das Spiegelbild war nicht das eines plumpen, grauen Vogels.
Es war ein Schwan, mit schneeweißem Gefieder und anmutiger Haltung.

Und da begriff es: Es war nie ein Entlein gewesen. Es hatte nur geglaubt, eins zu sein, weil alle um es herum das sagten.

Die Botschaft für uns:

Dieses Märchen von Hans Christian Andersen ist nicht nur eine Geschichte für Kinder.
Es erzählt uns etwas zutiefst Menschliches:

1. Ablehnung sagt oft mehr über die anderen als über dich.
Wenn du nicht ins Bild passt, das andere gewohnt sind, werden sie dich vielleicht ablehnen, nicht, weil du „falsch“ bist, sondern weil sie nur das kennen, was ihnen vertraut ist.

2. Anpassung hat Grenzen.
Du kannst deine Flügel stutzen, dich kleiner machen, leiser reden.
Aber wenn du dafür deine Natur verleugnest, verlierst du dich selbst.
Anpassung kann kurzfristig helfen, langfristig kostet sie dich Freiheit und Lebenskraft.

3. Die Reise zu dir selbst geht oft durch Einsamkeit.
Manchmal musst du Orte, Gruppen oder Situationen verlassen, die dir nicht guttun, auch wenn das heißt, eine Zeit lang allein zu sein.
Diese „Winterphasen“ fühlen sich kalt und karg an, aber sie sind oft der Boden, auf dem neues Selbstvertrauen wächst.

4. Ankommen geschieht im Loslassen.
Der Schwan fand seine wahre Natur nicht durch angestrengtes Suchen, sondern indem er aufhörte, sich zu wehren.
Manchmal entdecken wir unser wahres Wesen, wenn wir aufhören, uns ständig zu fragen, wie wir wirken und stattdessen einfach leben.

 

Eine Übung zur Selbstannahme

Wenn dich diese Geschichte berührt, probiere Folgendes:

Dein „Entlein-Moment
Schreibe auf, wann du dich zuletzt fehl am Platz gefühlt hast. Wer war dabei? Was wurde gesagt oder getan?

Was hast du getan, um dich anzupassen?
Hast du dich zurückgenommen, deine Meinung nicht gesagt, deine Art verändert?

Dein „Schwanenblick“
Frage dich: Was könnte an mir nicht „falsch“, sondern einfach „anders“ sein?

Ein kleiner Schritt
Überlege, wo du heute einen kleinen Moment lang einfach „so sein“ könntest, wie du bist, ohne dich zu verstellen.

Fazit

Das Märchen vom hässlichen jungen Entlein zeigt uns:
Wahre Selbstannahme ist kein Schönreden, sondern das mutige Erkennen der eigenen Natur, selbst wenn die Umgebung sie nicht versteht.

Und manchmal heißt das, eine Zeit lang durchs eigene Winterland zu gehen, um dann am Seeufer zu stehen und zu sagen: „Ich war nie ein Entlein. Ich bin ein Schwan.“

 

Viele Freude beim Lesen
Barbara Prinzing

9
Aug.

Drei kleine Rituale für mehr Selbstannahme

Drei kleine Rituale für mehr Selbstannahme

Manchmal sind es nicht die großen Veränderungen, die uns tragen, sondern Handlungen, die wir regelmäßig wiederholen. Sie geben uns Halt, erinnern uns an unseren Wert, auch dann, wenn im Außen vieles rüttelt.

Die folgenden drei Übungen sind einfache, aber wirksame Möglichkeiten, um dir selbst näher zu kommen, dich anzunehmen und dir Geborgenheit zu schenken.

1. Spiegelübung der Selbstannahme

Setz dich für drei Minuten vor einen Spiegel. Nicht, um zu prüfen, ob deine Haare liegen oder ob du „gut aussiehst“. Sondern, um dir selbst wirklich zu begegnen.
Schau dir in die Augen, nicht auf die Nase, nicht auf die Fältchen, sondern direkt in dieses lebendige Leuchten, das dich begleitet, seit du auf der Welt bist. Es kann sich am Anfang ungewohnt anfühlen, vielleicht sogar unangenehm. Bleib trotzdem da.

Sprich laut die Worte:
„Ich sehe dich. Ich bin da. Du darfst sein, wie du bist.“

Du sagst das nicht, um dich zu verbessern oder zu optimieren. Du sagst es, um dir selbst die Hand zu reichen. Diese Minuten sind ein stiller Schwur: Ich lasse dich nicht im Stich. Je öfter du diese Übung machst, desto mehr wirst du spüren, dass dein innerer Blick weicher wird – und vielleicht sogar liebevoller.

2. Das kleine Nein umarmen

Im Alltag stoßen wir oft auf Situationen, in denen sich in uns ein kleines Nein regt. Manchmal ist es klar: „Nein, das möchte ich nicht tun.“ Manchmal ist es nur ein diffuses Gefühl, ein inneres Zusammenzucken, ein Rückzug.

Nimm dir einen Moment, um dieses Nein aufzuschreiben. Notiere die Situation, in der es auftauchte – ob du es ausgesprochen hast oder nicht. Dann stell dir schriftlich die Fragen:
„Was hat es in mir berührt? Woher kenne ich dieses Gefühl?“

Vielleicht führt dich die Antwort zu einer Erinnerung, zu einem alten Schmerz, zu einem Moment, in dem du dich unverstanden gefühlt hast. Schreib dann eine Antwort zurück an dich selbst, so, als würdest du einem Kind schreiben, das verletzt wurde. Sanft, zugewandt, ohne zu urteilen.

Diese Übung verwandelt das Nein von einer starren Abwehr in eine Botschaft, die gehört werden will. Du wirst merken, dass hinter vielen Neins nicht Ablehnung, sondern Schutzbedürfnis steckt und dass du heute für dich sorgen kannst.

3. Der sichere innere Ort

Manchmal ist es nicht möglich, im Außen sofort Sicherheit zu finden. Aber in dir gibt es die Möglichkeit, einen Ort zu gestalten, an dem du dich jederzeit geborgen fühlen kannst.

Schließ die Augen und stell dir diesen Ort so lebendig wie möglich vor. Vielleicht ist es eine kleine Hütte am Waldrand, ein Garten voller Blumen, eine Höhle am Meer oder ein Zimmer, in dem du dich vollkommen wohl fühlst. Achte auf Details: den Geruch, das Licht, die Geräusche.

Besuch diesen Ort bewusst, wenn du dich abgelehnt oder verunsichert fühlst. Stell dir vor, wie du die Schwelle überschreitest und dich niederlässt. Dort musst du nichts leisten, nichts beweisen. Hier bist du einfach willkommen. Mit der Zeit wird dieser innere Ort zu einer verlässlichen Zuflucht, die dich durch schwierige Momente trägt.

Warum diese drei Übungen wirken

Alle drei Rituale haben eines gemeinsam: Sie holen dich zu dir zurück.
Die Spiegelübung verbindet dich mit deinem jetzigen Selbst, ohne Bedingungen.
Das kleine Nein schenkt dir Verständnis für deine inneren Grenzen und Verletzungen.
Der sichere innere Ort erinnert dich daran, dass Geborgenheit nicht immer von außen kommen muss, sondern auch in dir wachsen kann.

Diese Rituale brauchen keine große Vorbereitung, keine besondere Ausrüstung. Nur dich und die Bereitschaft, dir selbst Raum zu geben. Wenn du sie regelmäßig übst, werden sie zu stillen Ankern im Alltag. Und vielleicht merkst du eines Tages, dass das, was du gesucht hast, schon lange in dir war.

Viele Freude beim üben und neues an sich selber entdecken

Barbara Prinzing

13
Juli

Die unsinnige Diagnose

Die unsinnige Diagnose

Wenn die Diagnose das Problem ist …

In dem Märchen „Die unsinnige Diagnose“ erhält ein Mensch eine absurde, scheinbar professionelle Einschätzung – und merkt schnell: Die Diagnose sagt mehr über den „Experten“ aus als über ihn selbst.

Ein heilsamer Denkanstoß, der zeigt:
Nicht jedes Etikett hilft.
Nicht jedes Urteil heilt.
Manchmal braucht es nur: gesunden Menschenverstand, ehrliche Zuwendung – und Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.

Märchen wie dieses laden ein zum Innehalten.
Und sie erinnern uns daran, wie befreiend es sein kann, sich nicht vorschnell definieren zu lassen.

Immer wieder mal mit dem Herzen hinspüren
Herzlichst

Barbara Prinzing

#Die unsinnige Diagnose

13
Juli

Die schönsten Märchen vom Heilen

Buchtipp für Märchenfreunde und Therapeut:innen
Die schönsten Märchen vom Heilen
von Hans-Jörg Uther

Diese sorgfältig ausgewählte Sammlung versammelt heilende Märchen aus aller Welt – Geschichten, in denen innere Wandlung, Vertrauen, Mitgefühl und seelische Kräfte im Mittelpunkt stehen. Ob körperliche Genesung, seelischer Trost oder spirituelle Entwicklung: Die Märchen berühren tief und eignen sich wunderbar zur Begleitung in Therapie, Beratung und persönlicher Entwicklung.

Ein inspirierender Begleiter für alle, die mit Märchen arbeiten – oder sich einfach vom Zauber des Heilens berühren lassen möchten.

Viele Freude beim Lesen

Und falls du Lust hast, mit uns zusammen solch ein Märchen zu erarbeiten, melde dich doch zum Märchenseminar an.
In der Winterszeit, gibt es jeden Monat ein neues Märchen zum bearbeiten: Anmeldung zum Märchenabend

Herzlichen Gruss
Barbara Prinzing

#Die schönsten Märchen vom Heilen

29
Mai

Schneewittchen

Schneewittchen

ein Märchen, das auch so gesehen werden kann: Narzissmus, Spiegel und Selbstwert

Die narzisstische Figur: Die böse Königin, Schneewittchens Stiefmutter

Sie fragt täglich den Spiegel:
„Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Ihr Selbstwert hängt allein an äußerer Bewunderung.

Sobald sie nicht mehr die Schönste ist, wird sie bedrohlich.

Wie wir im Märchen hören, ist ihre Beziehung zu Schneewittchen nicht von Fürsorge geprägt, sondern von Neid, Konkurrenz und Ausschluss.

Sie kann Schneewittchen nicht als eigenständiges Wesen sehen – nur als Spiegel, der ihr die eigene Vergänglichkeit und Unsicherheit zeigt.

So wird Schneewittchen als Projektionsfläche gesehen.
Schneewittchen selbst ist anfangs rein, kindlich, schön – aber passiv. Sie steht für das wahre Selbst, das verdrängt wird, weil es nicht ins narzisstische Ideal der Königin passt.

Der Apfel, der sie in den Todesschlaf versetzt, ist Symbol für die Verführung durch äußeren Glanz – und die Gefahr, dabei das Leben (die eigene Lebendigkeit) zu verlieren.

Erst durch den „Kuss“ – symbolisch: eine Berührung echter Verbindung – erwacht sie wieder zum Leben.

Zeigt diese Märchen nicht in archetypischer Weise zeigt, wie Narzissmus Beziehungen zerstört kann?

Die Königin liebt nicht – sie braucht Bewunderung.

Sie kann das „Andere“ (Schneewittchen) nur bekämpfen, nicht anerkennen.

Märchen zeigen so viel – und das Schöne ist. Man kann es auch ganz anders lesen
Schon bald beginnt wieder unsere Abendseminar:  „Mit Märchen heilen“

Ich freue mich auf euch
Herzlichen Gruss
Barbara

Schneewittschen

29
Mai

Narziss und Goldmund

Narziss und Goldmund


Ein anderer Narziss – bei Hermann Hesse

„Jeder Mensch trägt einen Schatten in sich, und je weniger er sich dessen bewusst ist, desto dunkler und dichter ist er.“
– Hermann Hesse, sinngemäß nach Carl Gustav Jung

In Hermann Hesses Roman Narziss und Goldmund begegnen wir einem ganz anderen Narziss – nicht als selbstverliebtem Spiegelwesen, sondern als klarem, geistbetonten Mönch. Er steht für Disziplin, Geist und Askese – während sein Freund Goldmund das Leben mit allen Sinnen ergreift: leidenschaftlich, verletzlich, schöpferisch.

Zwischen den beiden entspinnt sich ein tiefes, stilles Band – nicht trotz, sondern wegen ihrer Gegensätzlichkeit. Und vielleicht liegt genau darin ein moderner Spiegel:
Auch in uns ringen oft zwei Kräfte miteinander – der Wunsch, „richtig“ zu sein, und die Sehnsucht, ganz zu sein.

Narzisstische Muster entstehen oft genau an diesem inneren Riss:
Wenn wir uns nur zeigen, was funktioniert – und vergessen, was fühlt.

Autogenes Training kann helfen, diese beiden Pole wieder zu verbinden.
Indem wir uns selbst lauschen. In der Stille. Ohne Spiegel. Ohne Rolle.

Im Oktober 2025 beginnt wieder unser neuer Lehrgang: Fachausbildung Autogenes Training

Ich freue mich auf euch
Herzlichen Gruss
Barbara Prinzing

Narziss und Goldmund

7
Mai

Märchen für die Begleitung auf seinem Lebensweg

Märchen für die Begleitung auf seinem Lebensweg

 

Hier ein paar passende Märchen für Coachingprozesse, in denen es darum geht, den Klienten auf seinem Lebensweg zu begleiten, ist:

„Der Eisenhans“ von den Gebrüder Grimm
Dieses Märchen erzählt von einem Jungen, der durch eine Reihe von Prüfungen, Trennungen und inneren Entwicklungen schließlich seine wahre Aufgabe und innere Kraft findet.
Es ist ein Klassiker in der Symbolarbeit – besonders, wenn es um die Themen Selbstfindung, Übergänge, Reifung und Lebensberufung geht.

Hier ein paar Hauptthemen die im Märchen vorkommen
• Der Junge verlässt die Sicherheit des Elternhauses – wie ein Klient, der sich auf einen neuen Abschnitt einlässt.
• Er verliert sich, irrt, scheitert – aber lernt.
• Der „wilde Mann“ (Eisenhans) steht für unerschlossene innere Ressourcen – genau wie das, was im Coaching oft freigelegt wird.
• Am Ende erkennt der Held seine Kraft, seinen Wert, seine Aufgabe – ein idealer Spiegel für eine Coachingreise.

Weitere Märchen-Alternativen je nach Schwerpunkt:

Wandlung durch Schmerz/Verlust Die Gänsemagd
Innere Führung – Vertrauen ins Leben Hans im Glück
Der eigene Weg gegen Widerstände Die sechs Schwäne
Integration innerer Gegensätze Die Schöne und das Tier

 

Viele Freude mit der Arbeit: mit Märchen heilen

Im Oktober beginnt wieder unser Seminar: Mit Märchen heilen

Barbara Prinzing

#Märchen für die Begleitung auf seinem Lebensweg

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