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Ego States – Wer „isst“ hier eigentlich?

Gerade in der Weihnachtszeit sind die Versuchungen zuviel Zucker in allen Varianten zu sich zu nehmen besonders groß. Die Ernüchterung kommt beim Gang auf die Waage: wieder ein paar Kilos mehr! Viele Menschen sind in einem Kreislauf von sich selbst Kasteien mit Diäten und Sport und dem darauffolgenden Zusammenbruch mit Essattacken gefangen. Dieses Verhalten ist weder zielführend für das Gewicht noch förderlich für das Selbstwertgefühl.

Ego States im Interessenkonflikt

In der Arbeit mit Ego State verlassen wir die ausgetretenen Pfade und stellen neue Fragen, die das Aufbrechen von starren Verhaltensmustern ermöglichen. Zunächst geht es nicht um eine schnelle Verhaltensänderung, sondern um die Frage: „Wer isst hier eigentlich?“ Dazu lernen Klienten ihre unterschiedlichen Ego States, das heißt ihre Persönlichkeitsanteile, kennen. So ist in unserem Beispiel anzunehmen, dass ein Teil schlank sein möchte und auch bereit ist, etwas dafür zu tun. Ein anderer Ego State wiederum möchte essen oder allenfalls auch „mehr Gewicht haben“. So interessiert uns dann zunächst, was dieser State für Bedürfnisse hat: Wobei möchte er Gewicht haben? Wieso braucht er soviel Raum? Was ist das für ein Hunger?
Wir stellen in der hypnotherapeutischen Arbeit im Dialog diese Fragen und bleiben dabei in einer zugewandten Haltung und sind bereit die Bedürfnisse und Nöte dieses Ego States ernst zu nehmen. Dies bedeutet auch, dass wir in eine nicht-verurteilende oder tadelnde Haltung gehen um im Dialog mehr zu erfahren. Dabei ist es häufig nötig zunächst dem Klienten gegenüber diese Haltung standhaft zu vertreten, da dieser sich unter Umständen selbst stark verurteilt und abwertet.

Emotionale Bedürfnisse des Ego States erkennen

In einem nächsten Schritt, wenn die Haltung von beiden geklärt ist, kann in Trance erfragt werden, welches Alter dieser State hat. Häufig treffen wir auf ein jüngeres oder kindliches Ich, weshalb er sich so verzweifelt Gehör, respektive „Gewicht“ verschaffen möchte. Dabei achten wir sehr genau auf die verbale Sprache, aber auch auf die Körpersprache dieses States. Wir können Metaphern aufgreifen, die er benutzt und erfahren etwas über die wahren Bedürfnisse dieses Ego States. Oft sind dies Selbstberuhigung, Zuwendung, Trost und Kompensation. Hier interessiert dann, wer womit zu kurz kommt, wer etwas kompensieren muss und welche emotionalen Bedürfnisse bestehen.
Dies ist der Ansatzpunkt der Verhaltensänderung: Nicht jedes als „Hunger“ oder „Lust auf etwas Süßes“ erlebte Gefühl muss mit Essen beantwortet werden, sondern kann als Signal für „ich brauche jetzt Entspannung“ oder „ich rufe meine beste Freundin an“ neu gedeutet werden. Voraussetzung dafür ist, dass auf radikales Hungern oder Diät halten verzichtet wird, vielmehr sollen die Klienten sich mit einer ausgewogenen Ernährung satt essen und Sport maßvoll betrieben werden. Hierbei kann der Ego State, der schlank werden möchte, die innere Veränderung unterstützen und auf eine positive Art motivieren, sodass ehemals sich widerstreitende Ego States nun zusammenarbeiten und dabei nicht nur eine Zahl auf der Waage eine Rolle spielt, sonder viel gewichtiger das allgemeine Wohlbefinden im Vordergrund steht.

Das nächste Seminar Ego States beginnt am 11.-12. Februar 2017 in Aarau.

Charlotte Lattmann 

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Bildquelle: kalhh / Pixabay

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