Der Begriff Reinkarnation (lat. Wiederverkörperung), respektive Palingenese (altgriech. pálin „wiederum, abermals“ und génesis „Erzeugung“, „Geburt“) bezeichnet die Idee, den Glauben oder die Tatsache – je nach Standpunkt und Erfahrung –, dass der Mensch immer wieder in die physikalische Welt hineingeboren wird. Anstatt von einer Reinkarnation wird heute auch oft der Begriff Timeline verwendet – wir können die Zeitlinie auch in frühere Leben ausdehnen.

In Nordamerika und Westeuropa wächst seit den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts die Zahl der Menschen stetig, die an Wiedergeburt glauben. In Deutschland waren es im Jahr 2009 gemäss einer Erhebung des Fernsehsender RTL rund 25 %, Tendenz zunehmend.

Reinkarnationsforschung

Die Reinkarnationsforschung untersucht mit wissenschaftlichen Methoden Erinnerungen von Menschen, die als solche an ein früheres Leben verstanden werden können. Bei den einzelnen Fällen wird zuerst untersucht, ob sich der entsprechende Fall nicht als Betrug oder Selbstbetrug erklären lässt oder durch psychologische Faktoren. Ist dies nicht der Fall, wird vom Vorliegen einer tatsächlichen Erinnerung an ein früheres Leben ausgegangen.

Der Sinn der Reinkarnation

Wenn es Reinkarnation tatsächlich gibt, wozu sollte sie gut sein, worin liegt ihr Sinn?

Die Theosophie hat die Reinkarnationslehre der östlichen Religionen im 19. Jahrhundert mit dem Konzept der Evolution verbunden. Dabei ist von zentraler Bedeutung, dass die individuelle Seele − oder das Selbst − sich von Leben zu Leben entwickelt und zu immer „höheren“ Seins-Zuständen aufsteigt, wobei es keine Rückschritte gibt, beispielsweise in eine tierische Form, sondern höchstens Stillstand.
C.G. Jung (1875−1961) war vermutlich der erste westliche Psychologe, der in den 30er-Jahren des 20. Jahrhunderts Muster von Wiedergeburtserinnerungen bei seinen Patienten erkannte. Jung sagt, dass in der Reinkarnation ein positiver Sinn liegen müsse. Dies sei dann der Fall, wenn die Abfolge der Erdenleben zielgerichtet darauf angelegt ist, dass der Mensch den Sinn seines Seins vollständig erfüllen kann.
Für den ungarischen Anthropologen und Psychotherapeuten Alexander Gosztonyi (1925-2011) ist Wiedergeburt Teil des globalen Bildes eines Menschen. Global darum, weil es diesen nicht nur so zeigt, wie er in der Gegenwart in Erscheinung tritt, sondern weil sowohl seinem Verhalten in der Vergangenheit als auch den Chancen für seine Zukunft Rechnung getragen wird. Denn Umrisse der Zukunft, auf welche hin der Mensch in seiner inneren Entwicklung angelegt ist, zeichnen sich im aktuellen Da-Sein schon ab. Für Gosztonyi hat Reinkarnation nichts mit Religion zu tun, sie ist vielmehr eine Frage des Weltbildes. Er vergleicht dies mit der Erkenntnis, wonach die Erde um die Sonne kreist, die ja auch Bestandteil eines Weltbildes ist, nämlich des heliozentrischen, aber nicht Glaubenssatz irgendeiner Religion. Gosztonyi sagt, wer sich zur Reinkarnation mehr als eine Meinung bilden wolle, müsse eigene Überprüfungen vornehmen. Wem dies zu suspekt sei, sollte nicht in erster Linie die Möglichkeit der Reinkarnation in Frage stellen oder gar pauschal ablehnen, sondern vor allem diesbezügliche eigene Unsicherheiten und Ängste genauer unter die Lupe nehmen.

Die Reinkarnationstherapie

Für die Reinkarnationstherapie (Timeline)  interessieren sich heute immer mehr Menschen. Denn durch diese Therapieform lassen sich in einem Bewusstwerdungsprozess persönliche Probleme und Beschwerden besser verstehen. Das ist aber nur ein Teil. Ebenso können individuelle Potenziale deutlicher erkannt und erschlossen werden. Es ist auch eine Erfahrungstatsache, dass sich durch Rückführungen die Anschauungen und Einstellungen verändern, weil man nicht nur seinen eigenen Lebens- und Entwicklungsweg dadurch in einem neuen Licht sieht, sondern Menschen, das Leben und die Wirklichkeit allgemein anders betrachtet.
Bei einer Reinkarnation-, Timeline-  oder Rückführungstherapie, erscheinen zu Beginn die Erinnerungen häufig nur in Einzelszenen, sodass sich erst nach und nach die großen Linien im eigenen Leben erkennen lassen. Der Grund dafür, warum die Erinnerung bei der Rückschau gerade an diesen oder jenen vergangenen Ereignissen aufsteigt ist, weil jenes Ereignis einen meist engen Bezug zur aktuellen Situation hat. Oder sogar deren Ursache ist. Denn alles, was keinen Bezug zur Gegenwart hat, taucht in den Rückerinnerungen nicht auf.

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