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Ansatz der Märchentherapie

Wenn der Mensch etwas erlebt, hinterlässt er einen Eindruck – wenn es ein negatives Erlebnis ist, spricht man im Märchen von einer Verwünschung. Die Psychologen sprechen hier vom Skript, man könnte es auch einen destruktiven Glaubenssatz nennen. Das Märchen spiegelt oder geht nun in Resonanz mit den versunkenen oder verdrängten Konflikten – die das Skript beschreibt.

Das ist der Ansatz der Märchentherapie.
Hierzu möchte ich euch nun ein arabisches Märchen präsentieren. Achtet einmal was es mit euch tut und mit was ihr in Resonanz geht.

Arabisches Märchen

Ein junger Mann kommt zu seinem Vater: „schau, ich habe tausend Freunde!“ „Hast du tausend Freunde“, entgegnet der Vater, „hast du keinen! Ich habe nur einen, aber er ist ein wahrer Freund.“ Daraufhin der Junge: Die tausend sind auch meine wahren Freunde“, und er beharrt so lange, bis der Vater eine Probe vorschlägt: „Wir schlachten ein Schaf und stecken es in einen Sack. Damit gehst du zu jedem deiner tausend Freund und sagst, du hast jemand umgebracht und brauchst Hilfe, um aus der Stadt zu fliehen. Schauen wir, was geschieht!“ Der Junge klopft an die Türen seiner Freunde, mit dem „Leichnam“ im Sack über der Schulter und bittet um Hilfe. Nach langer Zeit kommt er zurück zu seinem Vater: „Keiner hat mich eingelassen, einige haben vorgeschlagen, dass ich mich bei der Polizei melde, manche haben mich verjagt und gedroht, die Polizei zu holen, wenn ich nicht verschwinde:“ Der Vater nickt mit dem Kopf und sagt: „Geh nun zu meinem Freund. Er kennt dich nicht, aber sag ihm, dass du mein Sohn bist, dass du einen Mann erschlagen hast und Hilfe brauchst – nur das!“ Der Sohn geht hin und klopft an. Als des Vaters Freund öffnet, sagt er: „ich bin der Sohn deines Freundes. Ich habe einen Menschen umgebracht und brauche deine Hilfe.“ Der Mann nimmt ihn ins Haus, füllt ein Bad, wäscht ihn, bringt ihm saubere Kleider und vergräbt den Sack in seinem Garten. Dann gibt er ihm alles Geld, das er im Haus hat, und schlägt ihm vor, für einige Zeit zu verreisen, bis sich alles beruhigt hat. Verschämt und zu Tränen gerührt, bringt der Junge das Geld dem Vater. Nun gehen beide zurück zu des Vaters Freund und erzählen ihm von der Probe. Sie graben das Schaf aus, richten es an und feiern ein Fest auf die Freundschaft.

Mehr zur Märchentherapie

Im Seminar Schattenarbeit werden wir mehr von der Märchentherapie erfahren – auch Milton Erickson war ein grosser Geschichtenerzähler.

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Bildquelle: 4144132 / Pixabay

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