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Lehren und Lernen von Bildschirm zu Bildschirm

Corona zwingt uns dazu den Digitalisierungs-Prozess voranzutreiben. Warum nicht auch ein Online-Seminar am IGM anbieten?

Wir haben es ausprobiert, und es erschliessen sich uns neue Welten. Interessante, neue Wege, die sich uns zeigen und lohnen, etwas genauer betrachtet zu werden:
Zu Beginn sträubt sich alles in Dir gegen diese aufgezwungene Veränderung. Als langjährige Dozentin, die gewohnt war, während des Seminars alle TeilnehmerInnen um sich versammelt zu wissen, Arbeitsblätter schön akkurat kopiert bereitzuhalten, nette Zwischenverpflegungen als kleine Verwöhn-Inseln nett drapiert zu haben, war der Schritt zu einer digitalen Unterrichts-Form ein immenser.

Aber der Schritt hat sich auch gelohnt- technische Herausforderungen zu meistern, neue Systeme zu entdecken, Arbeitsmaterialien anders aufzubereiten und den Kontakt zu den Teilnehmenden auf diese Distanz zu gestalten…Ohne Umarmungen und Live-Übungs-Plattformen Stoff zu vermitteln ist eine echte Herausforderung.

So habe ich die elektronischen Unterlagen im Vorfeld versandt, Buchgeschenke per Post auf den Weg geschickt und Anschauungs-Materialien im System-Inneren hochgeladen. Ob per Zoom, Microsoft Teams oder andere Systeme, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Bei einer soliden Führung versammeln sich alle Angemeldeten mit einem Link relativ einfach zu den Live-Sendungen. Hier kann auch geplaudert, gelacht und diskutiert werden. Auch das Dozieren und Vermitteln von Lernstoff funktioniert verblüffend gut.

Hier sind wir Dozenten eingeladen, lebendig und spannend zu gestalten. Es gilt das Motto «Weniger ist mehr»…

Es gibt klare Vorteile des Online-Unterrichts:

Die Teilnehmer müssen keine weiten Wege auf sich nehmen, Kosten für Reisen und Unterkunft entfallen.
Der Input von Theorie ist straff und strukturiert gut vermittelbar. Effizienz ist durchaus ein schöner Effekt.
Kosten werden allgemein niedrig gehalten, somit können Seminare bedeutend günstiger angeboten werden.
Im internen Bereich können zahlreiche dienliche Informationen, etwa Filme, Audios, Bilder, Dokumentationen und Unterlagen deponiert werden. Diese können zum Nachstudium für eine bestimmte Zeit dort deponiert werden. Anschliessend sollten sie wieder gelöscht werden.
Frage-Antwort-Runden sind gute Feedbacks.
Während des Inputs können sogar Fragen schriftlich gepostet werden.

Stolz nach dem Pilot-Projekt schaue ich auf das Erreichte zurück und sehe natürlich auch Defizite:

Die Nähe fehlt.
Das Vorzeigen-Nachmachen-Prinzip gestaltet sich etwas komplexer, da alles natürlich auch per Live-Schaltung vorgeführt werden kann, oder als Film-Dokument im Vorfeld angefertigt werden kann.
Üben in Kleingruppen kann nicht live, aber per elektronischen Weg stattfinden, was einen Erfahrungswert darstellt, die Live-Erfahrung nicht ersetzen kann.
Menschen, welche mit Konzentrations-problemen kämpfen, verlieren den Faden leichter als im Live-Unterricht.
Gemeinsame Austausche neben dem Unterricht, etwa in der Kaffee-Pause oder beim Mittagessen entfallen.
Der elektronische Übermittlungs-Weg öffnet Tür und Tor für Aneignung fremden geistigen Eigentums und Plagiaten.
Je nach Internet-Verbindung ergeben sich auch Unterbrüche, was zu Verzögerungen führen kann.

Unter dem Strich ist das Online- Seminar jedoch eine wunderbare Input-Möglichkeit in diesen erschwerten Zeiten, in welchen Nähe untersagt ist. Entweder nutzen wir neue Wege, oder unsere Arbeit kann versiegen. Für Vorträge oder Info-veranstaltungen werde ich diese Form gerne beibehalten, denn der Teilnehmende kann sich in seinem Wohnzimmer einfach bequem zuschalten.
Neues lehrt uns Flexibilität, neue Herausforderungen anzunehmen und das beste aus der Situation zu machen.

Bleiben wir also flexibel, denn dies wir die neue Zeit uns abverlangen!

Sylvie Gloor, IGM

 

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

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