Blitzhypnose – alles nur Hokuspokus?

Schnellhypnose oder Blitzhypnose

…das berühmte gackernde Huhn, das von der jungen Frau unter Trance zum Besten gegeben wird, der Disco-Besucher, der auf der Bühne mit einem Besenstiel eng umschlungen tanzt, Gehirnwäsche und entwürdigende Manipulation, der Hypnotiseur im schwarzen Satin-Umhang…
Das sind die ersten Gedanken, wenn der Begriff „Blitzhypnose“ ins Spiel kommt. Auch die Verknüpfung mit Begriffen Showhypnose, Mentalist und Illusionist ist bekannt.
Die Menschen reagieren darauf oft mit Angst und Skepsis. Verständlich, denn wer wird schon gerne manipuliert, vorgeführt oder lächerlich gemacht?

Der Unterschied zwischen Showhypnose und Blitzhypnose

Es gilt hier zuallererst zwischen der Show- und der Blitzhypnose zu unterscheiden. In der Showhypnose werden die hypnotischen Phänomene eingesetzt, eben um Show zu machen – was oft mit reisserischen Elementen versehen um Aufmerksamkeit buhlt. In der Hypnosetherapie wird Blitzhypnose als eine sehr rasche Tranceinduktion hingegen therapeutisch und professionell eingesetzt und dient somit dem Klienten auf seinem Weg zur Lösungsfindung.

Die Angst vor der Hypnose

Woher kommt also diese so tief sitzende Angst nicht nur dem Phänomen der Blitzhypnose, sondern auch allgemein der Hypnose gegenüber?
Die Angst kommt oft daher, dass der Mensch meint, in der Hypnose die Kontrolle zu verlieren und dem Therapeuten oder Coach willenlos ausgeliefert zu sein. Wichtig ist zu wissen, dass man stets, auch während der Hypnose, die Kontrolle behält. Man kann sich jederzeit aus diesem Trancezustand wieder in den Wachzustand begeben. Es gibt auch Menschen, die zur Hypnosetherapie kommen, weil sie darunter leiden, zwanghafte Kontrolltypen in sämtlichen Belangen zu sein. In diesen Fällen braucht es die Hypnose, um die Kontrolle über die Kontrolle aufzugeben – sozusagen die Kontrolle „zu verlieren“. Sich in die Hypnose einzulassen möchte allerdings auch geübt sein, denn eine klassische Hypnose wird den Kontroll-Freak höchst wahrscheinlich nicht in seiner ersten Sitzung von seinem Drama befreien.

Blitzhypnose in der der Therapie

Wie kann ich mir eine Blitzhypnose im therapeutischen Setting vorstellen?
Es ist wunderbar und sehr hilfreich, viel Zeit für das eigentliche therapeutische Thema des Klienten zu haben, etwa die Aufarbeitung eines Ereignisses aus seiner Kindheit. Wenn wir davon ausgehen, dass eine therapeutische Hypnose-Sitzung 75 Minuten dauert, so will diese Zeit sorgfältig eingesetzt sein:

  • Begrüssung – Ankommen
  • Vorgespräch (Erfragen der Befindlichkeit, sonstige Themen betrachten, Festlegen des therapeutischen Themas)
  • therapeutische Intervention (inklusive Entspannungs-Teil, also Vertiefung in einen guten Theta-Zustand, eigentliche Intervention)
  • Erkenntnisse kurz zusammenfassen
  • mögliche Hausaufgaben erarbeiten
  • Verabschiedung

Üblicherweise benötigt eine hypnotische Vertiefungsphase einiges an Zeit, sagen wir 10-15 Minuten, damit der Klient mit einer sogenannt suggestiv dynamischen Induktion peu à peu in seine Entspannung gleiten kann. Sein Wachbewusstsein legt sich quasi schlafen, zugunsten seines sich öffnenden Unterbewusstseins, wo schliesslich jegliche Phänomene betrachtet, begriffen, verändert, integriert etc. werden können.

Die Blitz-Hypnose ist nichts anderes, als eine Schnell-Induktion, also eine superschnelle Vertiefung in eben diesen gewünschten Zustand. In Sekunden (Blitz) ist dann der Klient in einen wohlig entspannten Zustand versetzt, worauf die therapeutische Arbeit gleich erfolgen kann.
Als bildlicher Vergleich: Die klassisch-dynamische Hypnose-Vertiefung, durch die sich allmählich eine wohlige Schläfrigkeit aufbaut, gleicht einem Regionalzug, der gemächlich von Ort zu Ort reist, hier und dort anhält. Die Blitzhypnose gleicht einem TGV, der ohne Zwischenstopp in Rekordzeit sein Ziel (nahtlose Versenkung in eine Tiefenentspannung) erreicht.
Beide Methoden haben ihren Reiz und ihre Berechtigung. Je nach Situation entscheidet man, welche zur Anwendung kommt.

Zurück zu Hypnose News

Leave A Comment